Still ruht der Wald



Bei diesem Buch handelt es sich um eine Reihe, in deren Rahmen bereits zwei Bände in anderen Verlagen erschienen sind. In diesen Bänden lernen Leser die Polizisten Christer und vor allem Petra näher kennen. Ebenfalls wird die Reporterin Magdalena vorgestellt. Auf diese Weise erhalten Leser und Leserinnen einen ersten Einblick auf die wichtigsten Personen der Geschichten. Diese Personen stehen jetzt im dritten Teil der Reihe erneut im Mittelpunkt.

Die Einleitung im Allgemeinen

Zitat Anfang: Eine Elchjagd, ein Mord und die Abgründe eines kleines Ortes in Mittelschweden. Zitat Ende.

Värmland rückt in den Mittelpunkt dieser Geschichte. Die herbstliche Jahreszeit ist angebrochen. Zugleich bedeutet dies den Anbruch der Zeit für die Elchjagd. Davon mitgerissen wird auch Petra Wilander. Sie ist die Chefin der örtlichen Kripo. In ihrer Freizeit geht sie begeistert dem Hobby Jagen nach. An einem frühen Morgen kommt es im Wald zum Treffen mit ihrer Gruppe. Die Atmosphäre macht einen friedlichen Eindruck. Am Abend sieht die Welt jedoch anders aus. Schließlich kehren die Jäger Per Sänner und Tochter Alva nicht zurück. Auf der Suche finden sie ihn erschossen an seinem Jagdplatz. Jedoch gibt es von Alva keine einzige Spur. Was eben noch Freizeit war, stellt für Petra Wilander plötzlich einen ernsten Fall dar. Ihr Heimatort Uvanas erscheint ihr so vertraut. Doch nun lernt sie die tiefsten Abgründe kennen. Bei der örtlichen Zeitung arbeitet Magdalena Hansson, die ebenfalls Ermittlungen aufnimmt. Es finden sich Spuren, die aufzeigen, dass mitunter aus engen Freunden große Feinde werden können.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Das Geschehen beginnt am 10. Oktober. Bodil Sanner ahnt noch nicht, dass diese Viertelstunde die letzte bedeutungsvolle in ihrer Familie sein wird. Ihre Gesprächsführung wäre dann hochwertiger ausgefallen. Im Moment stand sie an der Spüle und hatte einen Morgenmantel sowie Wollsocken an. Geistesabwesend beschäftigte sie sich mit gekochten Eiern, Instantsuppen in Tüten und Fleischwurst.

Dabei konnte sie Geräusche kaum wahrnehmen. Es handelt sich zum einen um das Schuhholzgeklapper von Pär, der sich unten im Keller befand. Auch war nicht zu hören, wie Pär den Waffenschrank mit einem Rums schloss. Ebenfalls waren für sie die Geräusche nicht zu hören, die durch Alvas Löffel verursacht wurden. Gerade kratzte diese den Dickmilchteller leer. Um die Geräusche zu ignorieren, gab es einen guten Grund. Schließlich war ihre ganze Aufmerksamkeit da draußen auf die Straße gerichtet. Des Öfteren sah sie in den vergangenen Tagen sein Auto vorbei fahren. Sie spürte, wie ihr die Gänsehaut die Oberschenkel entlang nach oben kletterte und auch vor dem Rücken nicht halt machte. Deshalb schnürte sie den Bademantel noch etwas enger. Gewunken hatte er nicht, als er vorbei gefahren war. Allerdings hatte er zum Haus geschaut. So hatten sie es vereinbart – auch das er nicht langsamer fuhr. Bei dem Gedanken an den Wohnwagen, der sich unten bei der Fischerhütte befand, fühlte sie die Hitze in sich aufsteigen. Das Dorf war an diesem Tag noch immer von Dunkelheit umgeben. Sie konnte auch noch keinen Autoverkehr in Richtung Schlachthaus vernehmen.

Alva hatte den Plan, mit in den Wald zu gehen. Zwar ging Bodil davon aus, das Alva beim Wecker klingeln nichts mehr von diesem Plan halten würde. Schon bald sah sie sich in ihrer Meinung jedoch getäuscht. Im Lichterschein der Lampe saß Alva kauend an einem Butterbrot am Küchentisch. Gekennzeichnet war das Gesicht von Eyelinern und langen Mascara-Wimpern. Puderschichten bedeckten die kleinen Pickel, die die Form von kleinen Beulen hatten.

Mit ihren Gedanken war Bodil abwesend. Und doch füllte sie die rote Thermoskanne von Alva mit heißer Schokolode. Etwas eigenartig reagierte Pär, als er mit dem Gewähr und den Stiefeln aus dem Keller kam. Alva sollte doch nicht daran denken, dass es sich um eine Party handelt, wenn es auf die Jagd geht. Alva nahm dies mittels Zeigefinger zur Kenntnis und ließ über ihre Ohren das Erröten erkennen. Bei Bodil wollte sich Pär Rückhalt holen. Allerdings lies sie ihre Geschäftigkeit spüren. Immerhin lagen zwei rucksäcke vor ihr, die von der Geruchsmischung antiker Käsestullen, Moos und Holzfeuer gekennzeichnet waren. Bodil verstand nicht, warum er auf Alva ständig rumhacken musste. Fast ständig kommentierte er etwas, wenn es von Alva ausging. Etwas übertrieben klang die Begeisterung schon, die Bodil zum Ausdruck brachte, als sie zum Ausdruck brachte, dass sie für die Jäger an diesem Tag auf etwas mehr Beute hoffte. Und doch war die Zeit heute etwas anders, so dass es sie nicht mehr so beschäftigte, wenn es um dieses Thema ging. Bisher war das Ergebnis nicht so aussichtsreich ausgefallen. Pär beschwichtigte das Thema und erklärte, dass die Hoffnungen eh nicht allzu groß angesetzt werden sollte. Es kam noch zu weiteren Gesprächen, die sich teilweise auch um die Gesundheit von Pär drehten. Schließlich bekam Bodil schon seit längerer Zeit mit, dass es Pär gesundheitlich nicht gut ging. Letztendlich jedoch waren die beiden fertig und starteten zu dem Abenteuer, auch wenn er nicht begeistert war, dass Alva ihr Handy mitnahm. Doch sie wollte Fotos machen.

Inzwischen fällt der Blick auf Petra Wilander, die sich bei vier Grad minus in der Kälte befindet. Die einstmals vorhandene Leichtigkeit gab es nicht mehr, was wohl auch damit zusammen hängt, dass sie inzwischen Chefin der örtlichen Polizei ist. Als sie mit ihrem Hund Roy startet, ahnt sie noch nicht, das schon bald der nächste Fall auf sie wartet.

Mehr zur Autorin

Aufgewachsen ist Ninni Schulman in Värmland. Die Geschichte dieses Schwedenkrimis ist wie einige andere Kriminalromane von ihr dort angelegt. Gearbeitet hat sie über längere Zeit als Journalistin. Dabei war sie für Wochenmagazine und Tageszeitungen tätig. Zuhause ist sie heute in Stockholm, wo sie auch arbeitet. Bei diesem Roman handelt es sich um den dritten Band der Reihe, in der die Journalistin Magdalena Hansson im Mittelpunkt steht. Begleitet wird die Arbeit von Ninni Schulman in Schweden von einem sensationellen Erfolg. Regelmäßig ist sie in den schwedischen Bestsellerlisten zu finden.

Fazit

Wie in einem typischen Schweden-Krimi üblich, hat die Geschichte etwas geheimnisvolles und auch sehr viele Randfaktoren, die dem gesamten Geschehen die „Würze“ verleihen. Das interessante ist dabei, dass natürlich auch wieder eine Reihe von sozialen Faktoren eine Rolle spielen. So liegt bei einigen Beziehungen einiges im Argen, was selber nicht jeder gleich zu Beginn merkt. Natürlich bekommt man an der einen oder anderen Stelle vielleicht eine Idee, wie die Geschichte verlaufen könnte. Und doch verläuft die Geschichte anders als gedacht, so dass den Lesern einige überraschende Momente bevorstehen. Bereits zwei Bände sind erhältlich. Jedoch ist eine Lektüre dieser Bände für das Verständnis im Hinblick auf den dritten Roman nicht zwingend erforderlich. Der gesamte Krimi ist flüssig geschrieben, liest sich gut und bietet somit ein angenehmes Lesevergnügen. (Marina Teuscher)

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