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Biographien

Dieter Wedel – Vom schönen Schein und wirklichen Leben

Mittlerweile hat Dieter Wedel den Zuschauern so viele Meisterwerke zum Anschauen geschenkt, das Grund genug vorhanden ist, einmal auf sein Leben zu schauen. Jetzt ist seine Autobiografie – Dieter Wedel – Vom schönen Schein und wirklichen Leben – erschienen, die er zusammen mit Claudia Thesenfitz verfasst hat. Darin werden sein Leben und die verschiedenen Facetten betrachtet.

Und sein Leben war ja ziemlich turbulent. Seit Jahrzehnten ist er als Drehbuchautor und als Regisseur aktiv. So bekam er schon früh mit dem Theater Kontakt und studierte später Theaterwissenschaften. Richtig aktiv als Autor und als Regisseur von Hörspielen hat Dieter Wedel ab dem Jahr 1966 gearbeitet. Sechs Jahre später wurde der Dreiteiler „Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims. Die Hauptcharaktere waren die Familie Semmeling, deren Probleme vielen Menschen aus der Seele sprachen. Vier Jahre später tauchte die Familie Semmling wieder auf. Nun wurde der Urlaub geplant und wahrgenommen. Dabei kamen wieder einmal alle Facetten, die der Urlaub besitzen kann, zur Sprache.

Dann entschloss er sich zwei Jahr später zur Selbständigkeit, was eine sehr gute Entscheidung war. Schließlich verdanken wir ihm zahlreiche mehrteilige Fernsehverfilmungen, wie unter anderem „Der große Bellheim“ und „Der König von St. Pauli“.
Inzwischen leitet Dieter Wedel mehr als sieben Jahre die Nibelungenfestspiele von Worms. Erst hat er als Regisseur dort gearbeitet und mittlerweile jetzt als Intendant. Natürlich hat er auch weiterhin große Pläne: Was für Worms die Nibelungenfestspiele sind, möchte er in diesem Jahr auch in Dresden verwirklichen. Der Aufführungsort soll der Dresdner Zwinger sein.

Für seine Arbeit ist Dieter Wedel auch mehrfach ausgezeichnet worden. So erhielt er beispielsweise die Grüne Kamera, den Adolf-Grimme und den Bambi.

Bei soviel Berühmtheit war es natürlich Zeit für eine Autobiografie und diese ist sehr umfassend ausgearbeitet worden. Claudia Thesenfitz und Dieter Wedel haben dabei eng zusammen gearbeitet. Schon die Vorworte lassen einiges an Überraschungen aufkommen. Herr Wedel gibt ja stets viele Interviews, doch die Interviews im Buch sind wirklich gelungen. Da vertritt der bekannte Regisseur Meinungen, mit denen er einigen Menschen aus der Seele sprechen dürfte. Andererseits sind Dieter Wedel jede Menge Kritiken zu teil geworden, da dies immer wieder die Massen anzog. Doch es gab auch ein Leben vor dem ganzen Ruhm und dieses war gar nicht so leicht, wie sich in dem Buch zeigt.

So erleidet er mit 14 Jahren den schwersten Verlust, den ein Junge in dem Alter erleben kann. Gleichzeitig ebnet sich ihm wenige Monate vorher der Weg in die Theaterwelt, da seine Lehrer ein Talent bei ihm bemerken. Natürlich musste auch er den langen Weg der Ausbildung beschreiten.

Dabei erzählt er auch in vielen Interviews und in den Passagen des Buches, aus welchen Bereichen er so manche Inspirationen für seine spannenden Geschichten nimmt. Außerdem erfolgt auch ein tiefer Einblick in die Dreharbeiten seiner zahlreichen Produktionen wie beispielsweise „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ oder „Die Semmelings“.

Zu Wort kommen in den Interviews des Buches natürlich auch andere Personen wie beispielsweise Schauspielerinnen und Fernsehkritiker. Gleichzeitig finden sich auch Interviews wieder, die andere Personen mit Dieter Wedel geführt haben.

Das Buch liest sich insgesamt sehr gut und bietet einen wirklich tiefen Einblick. Vor allem werden Geheimnisse gelüftet, die nicht jeder bei Dieter Wedel erwartet. Das Leben von einem der besten Filmemacher von Deutschland wird von einer völlig neuen Seite gezeigt. Empfehlenswert für jeden, der einmal beides oder auch nur einen Teil kennen lernen möchte: Den Menschen Dieter Wedel und sein Leben sowie die Welt des Films. (Marina Teuscher – 2010)

Quelle: Dieter Wedel – Vom schönen Schein und wirklichen Leben – Kino, Filme und Fakten von www.digitalvd.de

 

Asian Hot Shots

Das englische Buch „Asian Hot Shots“ haben Yvonne Michalik und Laura Coppens verwirklicht. Die beiden Autorinnen, die zahlreiche Unterstützung hatten, widmen sich dem Thema des Indonesischen Kinos. Und dieses ist wirklich sehr vielfältig und besitzt eine lange Geschichte, wie zahlreiche Autoren in dem Buch beweisen. Bei dem Buch handelt es sich außerdem um eine bibliografische Information der deutschen Nationalbibliothek.

Nun ist Indonesien ja sowieso schon ein faszinierendes Land, dessen Bild von einer Inselkette bestimmt wird. Außerdem handelt es sich ja, wie Yvonne Michalik in ihrer Einführung beschreibt, um einen der größten Staaten der Welt. Anschließend geht sie auf die Kultur des Landes ein und schildert, dass die Tradition des Kinos in Indonesien doch sehr lange zurückreicht.

So zeichnet sich David Hanan für den Artikel „A tradition of political allegory and political satire in Indonesia“ verantwortlich. Mit seiner Arbeit geht David Hanan unter anderem auf die einzelnen Zeiten ein.

Ebenso umfangreich geht Barbara Hatley auf das Thema Liebe, Religion und soziale Unterschiede ein. Das Thema lautet hier. Love, religion and social Differences – Two films about polygamy und Indonesien society. Hierbei werden unter anderem zwei Filme behandelt, die sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen.

Als Regisseurin in Indonesien hat sich Nia Iskandar Dinata einen Namen gemacht. Mit ihr hat Laura Coppens ein Interview geführt. Dabei wurde darüber gesprochen, wie die Regisseurin dazu kam, Filme zu drehen. Eines der weiteren Themen ist unter anderem, wie sie den Stoff für ihre Filme findet.

Ein weiteres Kapitel in dem Buch beschäftigt sich mit den Kindern von Indonesien. Satrya Wibawa ist für den Artikel „The children of a nation: The representation of Children in Garin Nugroho`s films” verantwortlich. Darin wird beiispielsweise auf den Film „letter to an angel“ eingegangen, der ein Kind in der Welt der Erwachsenen zeigt.

Zu den weiteren Highlights in dem Buch gehört das von Christian Razukas geführte Interview mit Garin Nugroho.

Entstanden ist ein sehr ausführlicher Bericht über die Entwicklung des indonesischen Kinos, der zugleich einen tiefen Einblick in die spannende Kultur des Landes bietet. Auch wenn es in Englisch geschrieben ist, so lässt es sich gut lesen und weckt eine gewisse Neugier auf die kulturellen Gegebenheiten des interessanten Landes. (Marina Teuscher – 2009)

Quelle: Asian Hot Shots – Kino, Filme und Fakten von www.digitalvd.de

 

Thomas Stein – Gesagt, getan

Thomas M. Stein war über viele Jahre bei der Firma BMG Musikmanager, nachdem er zuvor unter anderem als ZDF-Redakteur tätig war. Dann folgte die Zeit, als er in der ersten und der zweiten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar – DSDS“ einem noch breiteren Publikum bekannt wurde. Regelmäßig ist er inzwischen in der Sendung „Die ultimative Chartshow“ zu Gast.

Während vieler Jahre ist er so natürlich auch mit prominenten Musikern zusammengekommen. Schließlich er inzwischen einen herausragenden Namen im deutschen Musikgeschäft. Diese Zeit lässt er nun in seiner Autobiographie „Gesagt Getan“ Revue passieren.

Es beginnt alles mit einem Rückblick auf einen Schwimmwettbewerb und mit dem Rückblick auf ein Casting für „Deutschland sucht den Superstar“. Dann blickt er zurück auf die Zeit seiner Kindheit sowie seiner Ausbildung und seiner ersten Ehe. Wie viele Menschen hatte er auch zu dieser Zeit es nicht leicht, seiner Familie eine Existenz zu sichern. Doch auch die schwierigen Zeiten spricht Thomas Stein in seinem Buch an. Beispielsweise scheiterte seine erste Ehe und er verlor zwei Menschen durch eine Krebserkrankung.

Mit dem Buch wird ebenfalls deutlich, dass das Casting eigentlich gar nicht so neu ist, wie es vor wenigen Jahren schien. Während seiner Zeit bei der Firma Montanus hatte er einiges an Ideen und verhalf der Firma so zu viel mehr Bekanntschaft. Viele Impressionen geben einen Einblick in seine damalige Zeit bei dem Unternehmen, wobei gleichzeitig auch die Neugier beim Leser geweckt wird.

Das Buch lässt sich leicht und locker lesen. Ich bin ja bei Autobiografien immer ein wenig skeptisch, weil ich nicht alles wissen muss. Es macht aber doch Spaß, aus diesem Geschäft einiges zu erfahren. Vor allem tut es doch gut zu erfahren, dass auch bei anderen das Leben nicht so einfach ist, wie es scheint. Und dabei hat er doch recht wenn er sagt: „Es geht um das scheiß kleine Leben, das man hat, und zwar nur ein einziges Mal.“

Quelle: Thomas Stein – Gesagt, getan – Kino, Filme und Fakten von www.digitalvd.de

 

Georg Forster – Reise um die Welt

Eine wirklich sensationelles literariisches Juwel ediert der Frankfurter Eichborn Verlag: Georg Forsters berühmte Reise um die Welt – vollständig, originalgetreu und erstmals illustriert mit den prächtigen Tier- und Pflanzenbildern aus eigener Feder.
Ein Tag im Juli 1772. Ein grandioser Tag für einen 17-Jährigen. Georg Forster und sein Vater brechen auf, um die Welt zu umsegeln – mit niemand Geringerem als dem legendären Captain Cook. Es ist ein Geheimauftrag der englischen Admiralität: Man will den sagenumwobenen Südkontinent finden, den man jenseits von Neuseeland vermutet. Drei Jahre werden die Forsters unterwegs sein und dabei 300.000 Kilometer zurücklegen.
Eine derartig endlose Reise hat es in der humanen Historie bislang nicht gegeben. Es ist eine Reise voller Entbehrungen, Strapazen und Abenteuer, mit ungewissem Ausgang. Die Mannschaft droht zu meutern, als das Schiff in das ewige Eis der Antarktis gerät. Georg Forster aber zeichnet und zeichnet und entdeckt Hunderte von Vogel- und Pflanzenarten. Forsters Vater will mit einem bunt bebilderten Reisebericht reicht und berühmt werden. Doch es gibt einen Konkurrenten an Bord: Captain Cook. Der will selber über die Reise verfassen: man gerät sich in die Haare.. Der junge Georg Forster, diplomatischer als sein cholerischer Vater, rettet die verfahrene Situation. Er selbst schreibt jetzt die „Reise um die Welt“. Sie erscheint 1777, allerdings ohne die fantastischen Illustrationen. Dennoch: Das Buch wird ein über die Grenzen hinaus getragener Überraschungscoup und macht seinen Verfasser schlagartig berühmt.

Als Georg Forster ‚Reise um die Welt‘ in Jahren 1778-80 den deutschen Lesern vorgelegt wurde – die englische Fassung war bereits 1777 erschienen – bezeichnete Wieland diesen Reisebericht als „eines der merkwürdigsten Bücher“ seiner Zeit. Eine bedeutende Reisebeschreibung, ohne Frage nach Gehalt und Schreibart die beste von allen Darstellungen, die über die epochalen Entdeckungsreisen Cooks geschrieben wurden.
Und das Meisterstück gelang: Im März 1777, einen Monat vor der offiziellen Ausgabe, lag Forsters Buch auf Englisch vor, 1778 erschien die deutsche Ausgabe bei Haude und Spener in Leipzig. Jeweils ohne Forsters Illustrationen.
Um ihr Buch zu finanzieren, mussten die mittellosen Deutschen alles zu Geld machen, was sie besaßen. Viel war da nicht – außer dem Schatz der Aquarelle und Zeichnungen, die Georg während der Schiffsreise unter zum Teil abenteuerlichen Umständen angefertigt hatte. Ein reicher Konkurrent der Forsters, Joseph Banks, seines Zeichen naturkundlicher Begleiter der ersten Cook-Expedition, nahm die Bilder als Sicherheit für eine Summe Geldes entgegen, die er den Deutschen lieh. Die konnten es nie zurückzahlen und Georg mußte mitanschauen, wie fast alle seiner Zeichnungen unveröffentlicht im Schlund eines Archivs verschwanden, aus dem sie über 200 Jahre nicht mehr auftauchen sollten. Lediglich zwei Dutzend Vogelzeichnungen, die für König Georg III. agemeistert, von diesem aber zurückgewiesen und schließlich über die Vermittlung Goethes an Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha und Altenburg verkauft worden waren, wurden 1971 in der DDR publiziert.
Mithilfe des Museums für Natural History in London erscheint erstmalig überhaupt Georg Forsters grandioser Reisebericht zusammen mit seinen prächtigen Aquarellen und Zeichnungen, die er während der Weltreise anfertigte – eine veritable Sensation. Die von Frank Vorpahl besorgte Bildauswahl aus über 500 Tier- und Pflanzenzeichnungen gibt der Neuheit einer Spezies Vorrang vor rein ästhetischen Kriterien. Besondere Berücksichtigungen finden Tiere und Pflanzen von denen Georg Forster vor ihrem Aussterben Zeugnis ablegen konnte. Außerdem will die Auswahl Einblick in die Arbeitsweise Forsters geben, neben kompletten Blättern finden sich daher auch einige Skizzen und halbkolorierte Blätter. Immerhin hatten die Naturforscher auf ihrer 1111 Tage währenden Reise nur 290 Tage Landgang – zwischen Botanisiertrommel und Schreibpult mussten die Forscher daher mit höchster Effizienz händeln.
Kaum war das Schiff „Endeavour“ im Jahre 1771.wieder nach England zurückgekommen, als man schon den Entwurf zu einer neuen Reise machte, auf welcher die südlichen Gegenden unsrer Erdkugel weiter erforscht und untersucht werden sollten. Zwey tüchtige, starke Schiffe, die Resolution und die Adventure, wurden zu dem Ende als Königliche Schiffe vom sechsten Range (Sloops) ausgerüstet, und die Kapitäne Jacob Cook und Tobias Furneaux zu Befehlshabern ernannt. Genannt wird aber insbesonders Forster, sogar posthum, auf einer Grabschrift:

Weltumsegler! Du suchtest auf pfadlosem Ozean Zonen,
Wo die Unschuld der Ruh böte vertraulich die Hand!
Edler Forscher, was fandest du dort? Die Kinder der Erde
All‘ an Schwachheit sich gleich, alle dem Tode geweiht.
Sohn der Freiheit! Du öffnetest ihr die männliche Seele,
Ihr, die vom Himmel herab sandte der Vater zum Heil.
Ach! Es wandte die Göttin sich schnell von der blutigen Erde;
Forster! Du schwebtest mit ihr, hin wo dein Suchen sich lohnt….

Friederike Brun (1765-1835)

Georg Forster Reise um die Welt
Illustriert von eigener Hand
Mit einem biographischen Essay von Klaus Harpprecht und einem Nachwort von Frank Vorpahl, 648 Seiten ISBN 978-38218-6203-3
Preis € 79,00 / SFr 138

(Jead Lüdeke)

Die mit dem Delphin schwimmt

Wenn es um Delphine geht, dann sind Kinder immer vornan. Diese aufmerksamen, lieben Tiere sind der Traum vieler Menschen. Ein Traum, der für Gudrun Anders Wirklichkeit geworden ist. „Die mit dem Delphin schwimmt“ ist eine Lebensgeschichte, ein Buch für Delphinfreunde und Menschen, die ihren Träumen folgen.

Als Kind träumte die Autorin von Flipper und davon einmal mit ihm zu schwimmen. Ein Traum, den viele Kinder hegen. Doch Gudrun Anders wurde der Traum nach 30 Jahren erfüllt. Bei den Beduinen von Sinai fand sie mit einer Delphindame ein neues Lebensgefühl.

Anders Buch beschäftigt sich mit diesem Erlebnis und vielen weiteren. Die Autorin beschreibt ihr Leben zu den Delphinen. Es beginnt alles mit einem Traum, mit unzählbaren Besuchen in Delphinarien. Bis es endlich zum Kontakt, zur Berührung mit einem Delphin kommt, vergehen allerdings Jahre. Ab hier beginnt das Buch quasi. Sehr detailliert beschreibt Anders Ihr Leben in Sinai. Ihr Leben, dass durch Delphine völlig verändert wurde. Ihr ganzen Erfahrungen, Gedanken und Erlebnisse gehen in dieses Buch ein.

Beim Lesen des Buches spürt man die Freude und Erfüllung, die von der Autorin ausgeht, als ihr Lebenstraum wahr wird. Jeder der selbst einmal einen Traum verfolgt, kann sich in die Autorin hineinfühlen. Ihr Buch ist aufgrund der detaillierten Bezüge zu den Tieren allen Delphinfreunden zu empfehlen. Wer selbst aber die Freude von anderen Menschen teilen möchte, ist ebenfalls mit diesem Buch gut bedient. (Patrick Fiekers)

Titel: Die mit dem Delphin schwimmt
Autor: Gudrun Anders
Verlag: Rainbow Verlag
Seiten: 138
ISBN: 3929046172

Bill Gates – Sein Erfolgsgeheimnis

Einer der erfolgreichsten und bekanntesten Menschen ist sicherlich Bill Gates. Der unternehmerische Erfolg hat ihm allerdings nicht nur Freunde gemacht. Seine Methoden sind vielen ein Dorn im Auge, doch sein Geschäftssinn bleibt ungetrübt.

Janet Lowe hat bereits verschiedene Bestseller über Warren Buffet oder Jack Welch verfasst. Das Buch „Bill Gates – Sein Erfolgsgeheimnis“ setzt die Reihe der Autorin fort. Die Geschichte von Gates ist ein Klassiker. Als kleiner Junge hat er eine Garagenfirma gegründet, die ihn zum mächtigsten Global-Player wachsen ließ. Das Buch beginnt bei seiner Kindheit. Vom Babyalter bis zum ersten Computerclub hat Lowe recherchiert. Doch auch die Studienzeit in Havard wird ausführlich beschrieben.

Der interessante Teil beginnt mit den ersten Programmierschritten Gates. Ein Programm, dass heute als DOS bekannt ist, brachte ihm den Erfolg. Die Firma Microsoft wächst heran. Lowe fängt die Geschichte von Bill Gates und seiner Firmengründung sehr gut ein. Sie beschreibt die damaligen Arbeitstechniken, seine Kollegen und Freunde.

Heute hat sich das Blatt gewendet. Eine kleine Firma ist zu einem der größten Unternehmen weltweit aufgestiegen. Sowohl das Management, als auch die Unternehmensphilosophie Microsofts hat sich geändert. Neben diesen wichtigen Punkten führt Lowe auch die Fehler von Bill Gates auf. Fehler, die sogar Computerkriege auslösten, wie der bekannte Browserkrieg.

Die Autorin hat auch Freunde und Bekannte Gates interviewt um so ein genaues Bild über den reichsten Mann der Welt zu erhalten. Zu guter Letzt findet der Leser verschiedene Zitate von Bill über das Leben. Auch Bills Zukunftspläne werden nicht verheimlicht.

Im Anhang des Buches ist eine chronologische Reihenfolge der Ereignisse in William Henry Gates III. Leben aufgeführt. Ein erfolgsversprechende Biographie über einen erfolgreichen Geschäftsmann. (Patrick Fiekers)

Titel: Bill Gates – Sein Erfolgsgeheimnis
Autor: Janet Lowe
Verlag: Börsenverlag
Seiten: 265
ISBN: 3930851490

Bekenntnisse eines Bürgers

Sándor Márai , Jahrgang 1900, hat die vorliegenden Erinnerungen bereits 1934 in Budapest veröffentlicht. Im Vorwort wird die Authentizität der Personen als nicht bestimmbar angegeben. Es sei eine „Romanbiographie“, die handelnden Personen nur in dem Roman beheimatet.

Beim Lesen wird uns klar, dass dieses eine sehr echte und wohl kaum erfundene Biographie sein muss. Die Erinnerungen reihen sich ein in die unvergleichlichen Schilderungen anderer Autoren, wie beispielsweise Stefan Zweig, Canetti, Sperber, u.a., die ein lebendiges und farbiges Bild einer Jugend um die Jahrhundertwende 1900 gegeben haben.

Die Atmosphäre ,die Stimmungen, die in den Familien herrschte, dazu die Lebensregeln, die gesellschaftlichen und familiären Bindungen, werden mit tiefer Erkenntnis auch um die inneren Brüchigkeiten und Verbildungen beschrieben. Sándor Márai wächst zunächst nach dem tragischen Tod seiner um zwei Jahre jüngeren Schwester als verwöhntes Einzelkind seiner sehr liebevollen Mutter heran. Von ihr gibt er ein Bild, wie es nicht schöner beschrieben werden kann. Sie kann spielen und sich ganz in die Welt der Kinder hineinversetzen. Darüber hinaus versteht sie es , die häusliche Welt so zu gestalten, dass es eine freudige und Geborgenheit vermittelnde Umgebung für den heranwachsenden Jungen bedeutet.

Nach der Geburt einer weiteren Schwester und später in großem Abstand noch zweier Brüdern bricht diese heile Welt der Einzigartigkeit für den Jungen Márai zusammen.

Nicht nur Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen und ihre Charaktere werden hervorragend und bildhaft beschrieben. Es ist die Schule, es sind die Lehrer , Mitschüler, Orte und Stimmungen, in deren Bann wir gezogen werden.

Seine Vertreibung aus dem Paradies der Kindheit ist dramatisch und erschreckend: er kommt im Alter von 14 Jahren wegen Fehlverhaltens zu Hause in eine Erziehungsanstalt. Dort scheint die Inkarnation schwarzer Pädagogik mit allen ihren Schrecken und Grausamkeiten zu herrschen.

Dem sensiblen und sich unverstanden fühlenden Jungen werden hier die letzten Illusionen über das Menschsein geraubt. Seine schon vorhandenen Gefühle von Einsamkeit und Isolation nehmen ihren Fortgang. Márai versteht es, uns teilnehmen zu lassen an seinen inneren Zweifeln, seinen Veränderungen, seinen Irrtümern und seinen Kümmernissen.

Es ist sein schwieriger, zweifelnder und unruhiger Charakter, der sich uns in seinen Erinnerungen offenbart. So nehmen wir teil an einer vergangenen Welt, in der andere Bedingungen, andere Regeln und Lebensformen das Leben der Menschen einengte und bestimmte.

Der zweite Teil des Buches beginnt unvermittelt und übergangslos mit der Bahnfahrt aus Berlin nach Paris. Er ist 23 Jahre alt und befindet sich in Begleitung seiner ebenso jungen Frau auf dieser Reise. Die so farbigen Schilderungen über die Kindheit und frühe Jugend sind verschwunden. Eine mühsame und von Alltagssorgen, mangelndem Gelderwerb gezeichnete Welt tut sich nun auf.

Es ist die unruhige, von Inflation, Arbeitslosigkeit, aber vielen Begegnungen mit den Künstlern der zwanziger Jahre im Berlin des 20.Jahrhunderts und später Paris geprägte Welt.

Er und seine Frau leben von der Hand in den Mund. Er beginnt zu trinken. Dann fängt er sich wieder und lebt von Zeitungsartikeln , die er verfasst. Sein Leben im Wechsel von einem Land zum anderen ist bekannt. Er wird nie wieder wirklich irgendwo heimisch werden.

Faszinierend sind allemal die psychologischen Einsichten und Weitblicke, die zu allen , auch den heutigen Zeiten, Gültigkeit besitzen. Ein schönes und empfehlenswertes Buch. (Claudine Borries)

Titel: Bekenntnisse eines Bürgers
Autor: Sándor Márai
Verlag: Piper Verlag
Seiten: 420
ISBN: 3492230814

Novembernächte

Die Erzählung beginnt mit einem Besuch von Chaim Potok im Jahre 1985 bei Wolodja und Mascha Slepak in Moskau , einem seit Jahren auf die Ausreisegenehmigung aus Russland nach Israel wartenden jüdischen Ehepaar.

Chaim Potok hat sich auf die Suche nach der Geschichte und den Wurzeln der Familie Slepak begeben. Es wird ein spannendes Unterfangen , anhand dieser Familiengeschichte die historischen Ereignisse während der Stalin -und Nachstalinära aufzurollen . Im wesentlichen geht es aber um die Entwicklung jüdischer Geschichte, um Assimilation und Antisemitismus in Russland, in diesem Buch.

Die Geschichte von Solomon Slepak ,des Vaters von Wolodja, beginnt um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Russland. Die Vorläufer der russischen Revolution machen sich bemerkbar .1917, mit der vollendeten Revolution und dem Tod der Zarenfamilie ,beginnt das bolschewistische Regime unter zunächst Lenin und später Stalin.

Solomon Slepak, der Vater von Wolodja, ist ein strammer Bolschewik.R Im Laufe der Familiengeschichte kann man viel darüber erfahren ,wie es zu Stalins Zeiten und noch danach politisch in Russland zuging.R Solomon wird ca. 1927 Presseattaché in Peking und bekommt die politischen Kämpfe um eine Ausweitung des Einflusses der Kommunisten in China mit.
Nach seiner Rückkehr nach Moskau in den dreißiger Jahren ist er stellvertretender Direktor der TASS.
In eben diesen Jahren des vorigen Jahrhunderts ereignen sich in Russland die politischen Verfolgungen,die Legende sind , und die in vielen Berichten von Dichtern und Denkern aus jener Zeit dokumentiert sind.
Der zunehmende Wahnsinn, die scheinbare Paranoia von Stalin ,führen zu den unvorstellbarsten Verfolgungen, Quälereien und Hinrichtungen selbst seiner getreuesten Weggefährten.
Während zeitweise Juden in herausragenden Stellungen zur Festigung des Regimes beitragen , macht sich nach und nach ein sich ausweitender Antisemitismus breit. So fallen auch viele dieser Juden den Säuberungen zum Opfer.
Solomon Slepak entgeht unglaublicherweise allen Verfolgungen und bleibt ein treuer Anhänger des Systems.

Erst der Sohn von Solomon, Wolodja, geb. 1927, der die besten Schulen und Ausbildungen genossen hat, wird in seinen späteren Jahren ein Kritiker des Regimes, wozu der sich immer deutlicher abzeichnende Antisemitismus einen guten Teil beiträgt.
Wolodja und seine Frau Mascha stellen 1967 einen Ausreiseantrag nach Israel.
Er und seine Frau müssen daraufhin unendliche Schikanen und Verurteilungen durchstehen. Sie werden mit bürokratischen Mitteln hingehalten und mit immer neuen Begründungen an der Auswanderung nach Israel gehindert.
Wolodja muss schließlich fünf Jahre Verbannung wegen unsinniger Vergehen im hintersten Sybirien durchstehen. Später soll sich herausstellen, dass diese Verurteilung ungesetzlich war, — auch nach russischem Recht!
Die Entbehrungen während der Fahrt dorthin, der Aufenthalt ohne ausreichende Versorgung mit Nahrung, Kleidung, gesundheitlicher Versorgung und unter den Bedingungen unzureichender Wohnverhältnisse , ist für Leser, die in einer ruhigen und weitgehend demokratisch-zivilisierten Kultur leben, nur schwer vorstellbar.
Erstaunen löst die Unzahl von Freunden und Hilfswilligen aus, die sich im Umfeld der Familie bewegen. Erst nach einem Kampf von fast zwanzig Jahren ,im Oktober 1987, gelingt Wolodja und Mascha Slepak die Ausreise nach Israel.

Ein erschütterndes und aufrüttelndes Werk ist dieses Buch, das zur Geschichtsaufhellung über den Antisemitismus in Russland einen wichtigen Beitrag leistet. (Claudine Borries)

Titel: Novembernächte
Autor: Chaim Potok
Verlag: rororo
Seiten: 380
ISBN: 3499228009

Roberts Reise

Michael Schindhelm, Jahrgang 1960 , Intendant am Theater in Basel und neuerdings, wie so viele ehemalige Bürger der DDR ,unter dem Verdacht ,für die Stasi gearbeitet zu haben , hat in dem vorliegenden Roman Teile seiner eigenen Geschichte zur Vorlage genommen. Es ist ein eigenartiger Stil, in dem hier skizzenhaft und mit fast kühler Distanz die eigene Vergangenheit beleuchtet wird.

Auf den ersten Seiten wird von Robert in der dritten Person gesprochen, erst später wechselt der Erzähler in die Ich-Form. Die Zeitebenen sind verschoben: einmal befinden wir uns in einer gegenwärtigen Zeit ; Robert ist erwachsen und lebt in der Schweiz. Dann wieder gehen wir mit dem Erzähler in die Vergangenheit. Jugendjahre in der Provinz der DDR ; anfangs die Familie als innerer Hort, in der man aufrecht sein konnte. Versteckte Andeutungen, dass die Eltern die äußere Welt, die politische Welt, in der sie leben, missbilligen.

Später entstehen Schulschwierigkeiten, Kontroversen mit Lehrern und Eltern. Robert wandelt wie im Schlaf durch seine Zeit. Schulfreunde kommen und gehen. Die Eltern befürworten den Wechsel zu einer Spezialschule, einem Internat, das zu einer Fachschule für Naturwissenschaften gehört.

Robert durchläuft ein äußerst spartanisches Leben. Neben dem Lernen wird viel Unfug getrieben: erste Liebschaften und Saufereien, nächtliches Fernbleiben aus der Unterkunft etc.. Nach dem Fachabitur geht Robert nach Woronesch in Russland, um Quantenchemie zu studieren. Woronesch ist der letzte Ort, in den ein junger Mensch freiwillig gehen würde. Die Häuser sind verkommen ,und die Versorgung ist vollkommen unzureichend. Aber alles “ geschieht“. Er trifft Freunde, eine Italienerin, Afrikaner, Deutsche. Auch die Liebschaften kommen und gehen.

Eine abenteuerliche Exkursion in die kaukasischen Weiten lässt ahnen, dass Robert sich immer durchmogeln kann, ohne der Bürokratie, die bekanntlich hart und streng im Osten ist, zum Opfer zu fallen. Zuweilen hat er fast konspirativ anmutende Verabredungen in Moskau mit westlichen Ausländern und Botschaftsangehörigen.

Natürlich gerät er schließlich auch in die Fänge der eigenen Leute, die ihn aufgrund seiner vielen Kontakte zur Mitarbeit erpressen wollen. Wird etwas daraus? Der Leser muss sich selbst seine Gedanken darüber machen.

Am Ende wird er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Ostberlin. Auch hier vermitteln die Mitarbeiter und die Arbeitsstelle einen trostlosen Eindruck. Und trostlos ist die ganze Stimmung ,die über dem Erzählten liegt.

Jungendlicher Übermut und Freude kommen auch bei abenteuerlichsten Stellen in diesem Buch kaum auf.

Robert bleibt überall ein Fremder. Er trifft eine Frau und hat mit ihr ein Kind. Auch diesem Leben gegenüber bleibt er fremd. Schließlich ,nach Öffnung der Mauer, zieht es ihn fort in den Westen. Er hat eine neue Frau und eine Tochter,– ist sie überhaupt seine? Das bleibt ungesagt.

Gefühle werden kaum spürbar. Einzig bei der Erwähnung der später in der Heimat zurückgelassenen Tochter Zoe vermag der Erzähler den Eindruck zu vermitteln , dass sich hier einer quält mit Versäumnissen, mit einer ungestillten Sehnsucht nach einer Tochter, die er verlassen hat. Auch die Erinnerung an eine italienische Freundin aus der Zeit in Woronesch wird bei seinem Leben im Tessin noch einmal wach.

Das Buch hat einen eigenen Stil , der sich in Andeutungen ergeht, so dass es dem Leser überlassen bleibt, sich eigene Gedanken zum Tun und Treiben der handelnden Personen zu bilden.

Ich fand es in gewisser Weise anstrengend , das Buch zu lesen. Immer meinte ich , mich konzentrieren zu müssen, um ja nichts zu verpassen. Und vielleicht ist der Leser auch sehr angestrengt, herauszufinden, wo denn nun die eigene gesellschaftliche und politische Position des Protagonisten zu finden sei. Sie bleibt vage und offen. Es ist ein ernstes ,gut geschriebenes und lesenswertes Werk. (Claudine Borries)

Titel: Roberts Reise
Autor: Michael Schindhelm
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Seiten: 315
ISBN: 3421053308

Die Salzsäule

Albert Memmi lebt als Schriftsteller, Soziologe und Literatursoziologe in Paris.

Vorangestellt ist diesem Buch das Motto: Und Lots Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule, 1 Mose 19,26

Besser kann man nicht beschreiben , wie es einem ergeht, der die Kultur verlassen hat , in die er hineingeboren wurde, und der eine neue niemals wirklich finden kann. Dieses Buch erzählt in der Form eines biographischen Romans die Geschichte von Albert Memmi selber.

Er wächst als Sohn einer Berberin und eines Juden in Tunis auf. Der Vater ist Schuster. Es ist eine arme Umgebung, in die er hineingeboren wird.

Als begabter Schüler besucht er ein französisches Gymnasium und gerät damit zwischen verschiedene Kulturen und Welten. Er ist sich nicht sicher, wo er hingehört: ist er Tunesier, ist er Berber, ist er Franzose und ist er Jude? Zwischen den Zeilen erfährt der Leser, dass es eine bizarre Welt ist, in die einer hineingeraten kann, wenn er nirgendwo mehr beheimatet ist. Wunderschön sind die Beschreibungen , mit denen er seinen Weg aus der Vorstadtenge hinaus in die Welt schildert. Die Gerüche seiner Kindheit , die Räumlichkeiten, die Onkel und anderen Verwandten, seine Begegnungen mit Mitschülern und Lehrern , sein Weg durch die verschiedenen Bildungs- und Lehranstalten, werden in den intensivsten Farben beschrieben. Die Welt des Handwerks und des Bürgertums erschließt sich vor den Augen des Lesers.

Am Ende aber wird das klar, was Albert Camus in seinem Vorwort treffend wiedergibt:“ der Autor beschreibt mit Genauigkeit und Leidenschaft die qualvolle Situation eines jungen Juden , der sich durch Intelligenz und Willenskraft zum Bewusstsein dessen durchringt ,was er ist und was er nicht ist …..“ Er bleibt offen in seinem Denken für alles, von welcher Seite es auch kommen mag. Albert Memmi ist ein sensibler Beobachter, der eigenes Erkennen, eigene Veränderungen und seine Einsichten in das Leben in einem wunderschönen Sprachstil minutiös analysiert.

Ein hervorragendes, meisterhaft geschriebenes ,offenes Bekenntnis über einen ungewöhnlichen Lebenslauf ,fern von jeder Norm und doch so aktuell in einer Zeit, in der es durch Migration zum Verlust von Heimat und Identität in vielfacher Form immer wieder kommt. (Claudine Borries)

Titel: Die Salzsäule
Autor: Albert Memmi
Verlag: Europäische Verlagsanstalt
Seiten: 365
ISBN: 3434462317