Buch „Stilles Grab“

Bei einigen Geschichten, Romanen und Kriminalfällen wird auf eine Einleitung verzichtet, so dass das Abenteuer direkt beginnt. Jedoch gibt es die Fälle, in denen das Vorwort der Geschichte bereits eine brisante Note verleiht. Beim Vorwort wird zugleich vom Prolog gesprochen. Handeln kann es sich auch um eine Einleitung oder eine Vorrede. Ein typisches Beispiel für diese Vorworte sind die Geschichten von Erich Kästner. Seine Romane waren eher heiter ausgelegt und mit Vorworten bereichert, die manchmal eine ironische Note besaßen. Das Gegenteil ist jedoch beim Prolog dieser Geschichte der Fall, bei der es sich im Ganzen um einen Kriminalfall handelt.

Die Einleitung im Allgemeinen

Zitat „Sie ist verschwunden – Doch ihr Geheimnis bleibt gefährlich“ Zitat Ende

England im Jahr 1999

Es gibt nicht eine einzige Spur von der verschwundenen Emma. Daher muss Detective Gardner den Fall ohne eine Lösung zu den Akten legen. Emma vergisst er allerdings nie. Nun sind elf Jahre vergangen. Der Blick fällt auf ein düsteres Waldstück. Dort sind die sterblichen Überreste von einem Mädchen aufgetaucht. Handelt es sich möglicherweise um Emma?

Nun werden Gardner und seine Kollegin Nicola Freeman aktiv. Sie rollen den Fall neu auf. Dabei entdecken sie Abgründe im Leben von Emma. Nach und nach nehmen sie mehr Freunde ins Visier. Dadurch wird das aus Lügen bestehende Netz immer größer. Eines stellt sich relativ schnell heraus. Zu verbergen hat jeder etwas. Deutlich wird außerdem, dass alle ihre ganz eigenen Spiele spielen.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Es beginnt mit dem Prolog: Der Blick fällt zurück auf den 11. Dezember 2010 in Middelsbrough. Entdeckt wurde die Leiche in der Nähe von Blyth in einem Waldgebiet. Dieser Ort war ihm einst doch sehr vertraut. Daher verfolgte Detektiv Inspektor Michael Gardner das Geschehen mit, auch wenn er gemischte Gefühle in sich spürte. Im Grunde sollte er sich nicht mehr mit dem Fall beschäftigen. Die Polizei erklärte allerdings, dass es für Angaben zum jetzigen Zeitpunkt viel zu früh sei. Jedoch sind bei der Frau Gegenstände gefunden worden, die einst Emma Thorley gehörten. Für diese liegt immerhin eine Vermissten-Meldung. Zum damaligen Zeitpunkt wurde eine Suchaktion durchgeführt, die nicht erfolgreich verlief.

Es war der Vater von Emma, der sie wenige Monate vor der Jahrtausendwende als vermisst gemeldet hatte. Damals war sie 16 Jahre jung. Gardner schaltete den Fernseher aus, als nach den Nachrichten der Wetterbericht im Mittelpunkt stand. So genau wollte er das gar nicht wissen, da es für ihn sowieso viel zu kalt war.

Die Erinnerung an den Fall Emma Thorley war noch immer gut vorhanden. Zu gut konnte er sich noch an das Treffen mit ihrem Vater erinnern, der seine Tochter so sehr vermisste. Von dem Vater erhielt Gardner unglaublich viele Fotos.

Vielleicht hätte er sich intensiver mit dem Fall bei anderen Umständen beschäftigt. Wer weiß, ob es dann in der heutigen Zeit überhaupt zur Nachricht über diesen Fund gekommen wäre.

Für Louise war diese Nachricht nach elf Jahren ein Schock. Kalt wurde Luise von der Nachricht erwischt. Seit elf Jahren ist Emma nun verschwunden. Daher war es für Luise ein Schock, als sie von dieser Geschichte hörte. Plötzlich hatte sie die ganze Freude über das perfekte Weihnachtsgeschenk für Adam vergessen, da sie ein gewisses Maß an Furcht in sich spürte. Untätig wollte sie wirklich nicht herumsitzen. Und doch war sie wie erstarrt beim Blick auf die Bilder, die ihr früheres Zuhause zeigte. Noch war sie glücklich, doch wusste sie schon, dass die Zeit gezählt war und die Wahrheit ans Tageslicht käme.

Blyth

Der Blick in diesem Kapitel auf Lucas Gates, der sich eine Zigarette anzündete. Das Herz von Lucas raste, als er den Namen von Emma hörte. Zumindest hatten andere Personen den Namen in seiner Gegenwart nicht mehr ausgesprochen. Doch Lucas hörte den Namen ständig in seinem Kopf. Auch nach all den Jahren träumte er von ihr. Immerhin hatten sie einige Tage zusammen verbracht. Und sie war ganz anders wie die anderen. Ihn beschäftigten in dem Moment ganz viele Gedanken. Da war plötzlich auch die Frage, wann ihn die Polizei zu Emma befragen würde.

Im ersten Kapitel fällt der Blick zurück auf den 13. Dezember 2010. An diesem Tag sitzt DS Nicola Freeman am Schreibtisch. Der Blick auf die Uhr zeigte, dass die Zeit drängte. Etwas Konkretes hatte sie nicht vorzuweisen. Darüber war sie nicht unbedingt glücklich. Schließlich waren sie sicher, dass es sich um Emma handeln musste.

Weitere Informationen zur Autorin

Studiert hat Rebecca Muddiman Film- und Medienwissenschaften. Sie erreichte den Master im Creative Writing. Der Gewinn vom englischen Nothern Writers Award verzeichnete sie im Jahr 2010 für sich. Nur zwei Jahre später folgte der Gewinn beim Nothern Crime Wettbewerb. Für Begeisterung sorgte ihr Debüt Roman, der den Titel „Ruhe sanft, mein Kind“ trug. Bei dem Buch handelt es sich um das zweite Werk.

Zeitweilig hat sie in den Niederlanden auf einem Hausboot gelebt. Die Zeiten haben sich gewandelt, so dass sie mit Freund und Hund in ihrer Heimat in Nordengland legt. Das Häuschen trägt den vielversprechenden Namen „Murder Cottage“.

Fazit

Das ist ein Thriller, der einige interessante Wendungen in sich trägt. Das Geschehen konzentriert sich auf die Zeit vor der Jahrtausendwende und das Jahr 2010, wobei nicht jeder diese Zeitsprünge mögen wird. Durch den Prolog erhält man einen ersten guten Einblick in das Geschehen. Man ahnt schnell, dass noch viel mehr hinter der Geschichte steckt. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Fall durch die Ansichten und Erlebnisse verschiedener Charaktere beleuchtet wird. Auch innerhalb der Geschichte kommt es zu Sprüngen in den Zeiten. Allerdings ist es auch überraschend, wie manche Charaktere sich im Laufe der Zeit verändern. Nicht immer ist die Geschichte ganz vorhersehbar, was einen Thriller auszeichnet. Für einige dürfte die doch lesenswerte Geschichte dank eines flüssigen Schreibstils besonders im letzteren Teil einige Überraschungen bieten. (Marina Teuscher)