Oculus – Das Ende der Zeit – John Sinclair – Rezension von Marina Teuscher

John Sinclair ist Geisterjäger von Beruf. Als fiktive Hauptfigur steht er im Mittelpunkt einer Reihe von Geschichten, die sich dem Grusel verschrieben haben. Zur Entwicklung der Figur kam es im Jahr 1973 durch Autor Helmut Rellergerd alias Jason Dark. Beim ersten Abenteuer handelte es sich um „Die Nacht des Hexers“. Nachdem er 50 Fälle bestanden hatte, wurde er zum Mittelpunkt einer eigenen Serie. Wöchentlich erschienen die Hefte, die sich in Deutschland zur erfolgreichsten Gruselserie entwickelten. Inzwischen beschäftigt sich mit Wolfgang Hohlbein auch einer der erfolgreichsten deutschen Autoren mit John Sinclair. Von ihm stammt die Reihe um Oculus, die nun ihre Fortsetzung mit diesem Band findet. Das Werk des Autors ist jedoch noch umfangreicher wie der Blick auf den Punkt „Weitere Werke des Autors“ zeigt.

Die Einleitung im Allgemeinen

Zitat Anfang: „Es ist seine bisher gefährlichste Mission. Und sie führt ihn bis an das Ende der Zeit.“ Zitat Ende

Bei Scotland Yard arbeitet John Sinclair. Seines Zeichens ist er Geisterjäger und in dieser Position sehr berühmt. Jetzt hat sich jedoch eine mysteriöse Organisation ins Geschehen eingeschaltet und haben ihn aus seiner Zeit gelöst. Jetzt befindet er sich in einer Zukunft, die unbestimmt ist. Er lernt eine Erde kennen, die in dieser Zeit voller außerirdischer Monster ist. Daher hat sich die Menschheit zurückgezogen und verbringt ihre Zeit in einigen Bergfestungen. Einer dieser Festungen wird auch das Ziel von John Sinclair sein. Schließlich soll er den Menschen helfen, sich in einem Krieg zu behaupten, der fast schon verloren ist. Allerdings erwarten ihn schon bald neue Feststellungen. Die Monster waren ihrerseits auch nicht untätig. Schließlich haben ihre Tentakel sogar schon das innere der Festung erreicht.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Alles beginnt mit einem Blick ins Innere vom K2 irgendwann. Zunächst spürte er Erstaunen. Allerdings war er sich nicht einmal bewusst, worüber er erstaunt war. Schon bald begriff er, dass er über zweierlei Dinge erstaunt war. Zum einen war dies die Tatsache, überhaupt über etwas staunen zu können. Daraus resultierte das Erstaunen, dass er überhaupt am Leben ist. Aus dieser Tatsache ergibt sich noch eine andere Konsequenz. Schließlich ist er immer noch am Leben, worüber er manchmal erstaunt war. Er dachte an das erste Erwachen in dieser Welt zurück, die es in der Zukunft gibt und die ziemlich erschreckend wirkt. In diesem Fall sind nur wenige Momente bis zur Rückkehr seiner Erinnerungen erforderlich. Immerhin lag er momentan flach auf dem Rücken. Sonst hätte er durch die Wucht der Erinnerungen wohl das Gleichgewicht verloren. Erinnern konnte er sich an alles, wie auch an den Geschmack von seinem eigenen Blut, den er auf seiner Zunge bemerkte. Aus seiner Brust ragte eine nasse besudelte Knochenspritze. Während er sich Gedanken über die Situation machte, wurde ihm davon abgeraten, etwas zu erzwingen. Das würde die Situation nur verschlimmern. Diese Stimme sprach zu ihm aus einem Bereich hinter und über ihm. Wovon die Stimme sprach konnte er nicht erahnen. Schon gar nicht wusste er, wem die Stimme gehören könnte. Doch er sollte besser auf sie hören, wie ihm sein Gefühl verriet. Sogar konnte er das, was hinter seiner Stirn vorging, für einige Momente verdrängen. Dadurch driftete nicht ganz weg. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete er die Augen. Er fühlte sich angenehm überrascht. Wenn er in der Hölle sein sollte, so war diese doch nicht besonders aufregend. Schließlich erblickte er über sich eine nackte Metalldecke, die sich mit einer langweiligen Metallwand verband. Allerdings wusste er, dass etwas nicht stimmte. Doch war er nicht klar genug, um zu wissen, was nicht stimmte. Als er sich langsam bewegte, stellte er erstaunt fest, dass er dieses sogar konnte, wobei er sogar keine Schmerzen spürte. Dies mochte wohl an den Schmerzmitteln liegen, die ihm das Leben erleichterten. Ihm wurde gesagt, dass er es langsam angehen lassen soll. Jetzt war er sich ganz sicher, obwohl dies doch gar nicht sein konnte. Schließlich sah John mit seinen eigenen Augen, wie Saron starb. Nur wenige Momente später wurde sein Eindruck durch das Erscheinen von Saron bestätigt. John sah das aufmunternde Lächeln, auch wenn man dahinter eher ein schadenfrohes Grinsen vermuten konnte. Das Sprechen war extrem anstrengend und doch brachte er den Namen „Saron“ hervor. Verwundert und fragend stellte er fest, dass Saron doch tot sei. Ein bisschen Ähnlichkeit hatte Saron ja schon damit, wenn man sich an seinem Gesicht orientierte. Saron ballte seine Finger zu Fäusten, als er den Blick von John bemerkte. Fast wäre es dazu gekommen, wie Saron bemerkte. John wollte dies alles erst gar nicht verstehen. Sein Herz pochte, als er sich näherbetrachtete und feststellte, dass er nackt war. Der unangenehme Gedanke verflog jedoch schnell, als er sich noch etwas näher betrachtete. Er konnte weder eine Wunde noch einen Verband oder sonstigen Schnick-Schnack mit High-Tech-Charakter an sich feststellen. Eine unterhalb seines Herzens verlaufende Linie mit halbmondförmigem Aussehen sah aus, als wenn sie seit Jahren verheilt sei.

John lobte die Ärzte für ihre gute Arbeit, woraufhin ihn Saron etwas verblüfft ansah. Daraufhin erinnerte er sich an Admiral Baines und das erste Zusammentreffen. Dabei konnte er ebenfalls einen irritierten Blick feststellen, als er das Thema Ärzte aufgriff. Nun fragte er nach der Existenz von Ärzten, worauf er bei Saron ein Zucken der Schultern bemerkte. Sanft erklärte eine aus dem Nichts kommende Stimme, dass es so etwas bei ihnen nicht geben würde. Verwundert fragte John, was das bedeuten soll. Oculus erklärte daraufhin, dass es in dieser Welt schon lange keinen Bedarf mehr an Ärzten gibt. Ausgestattet war Oculus mit einem sehr robusten Körper, der über besonders starke Selbstheilungskräfte verfügte. Soviel gebe es außer der totalen Vernichtung nicht, was eine Selbstheilungskraft besitzt. Mit unbehaglichem Gefühl fragte John danach, wie lange es her sei und erhielt von Saron die Information „12 Stunden“. Vor allem erwähnte die Stimme des Computers, dass man John gern mehr Ruhe gegönnt hätte. Allerdings nahm man an, dass die Zeit davon laufen würde. Auf John’s Frage nach dem „Wieso“ erklärte Saron ihm, dass er das unterwegs erklären würde. Saron fragte ihn, ob er soweit belastbar sei, dass er gehen kann. Da Saron stark genug sei, könnte er John auch tragen, sofern dies erforderlich sei. Geglaubt hat John ihm das sofort. Aufgewacht war er auf einer harten Pritsche und schwang sich nun ruckvoll auf, was aber zu einem leichten Schwindelgefühl bei ihm führte. Als gäbe es die Situation gar nicht, sprachen John und Saron weiter. Etwas grinsend reagierte auf die Frage von John, ob er denn so ganz ohne Kleidung mitkommen solle. Es dauerte nicht lange, bis eine Metallsäule, die sich durch ihre Verchromung auszeichnete, dem Boden in die Höhe entwich. Dieser Säule konnte John die hier typische Kleidung entnehmen und legte bis auf den Waffengurt alles an. Auf seine Frage zu der Waffe erklärte ein nun ernster Saron, dass es große Probleme gibt.

Mehr Informationen zum Autor

Geboren wurde der Autor in Weimar. Inzwischen lebt er mit seiner Familie am Niederrhein. Umgeben wird das Leben der Familie von einer Reihe von Katzen und Hunden. Bezogen auf die Gegenwart handelt es sich um einen der Autoren, die als besonders erfolgreich gelten. Mittlerweile ist es zur Übersetzung seiner Werke in mehr als 45 Sprachen gekommen. Zudem hat er inzwischen mehr als 20 Preise im nationalen Bereich erhalten. Unzählige Preise hat er im internationalen Bereich erhalten.

Weitere Werke des Autors

Die Oculus-Reihe

Oculus – Im Auge des Sturms

Oculus – Das Ende der Zeit

 

Der Hexer-Zyklus

Band 1 – Die Spur des Hexers

Band 2 – Der Seelenfresser

Band 3 – Engel des Bösen

Band 4 – Der achtarmige Tod

Band 5 – Buch der tausend Tode

Band 6 – Das Auge des Satans

Band 7 – Der Sohn des Hexers

Band 8 – Das Haus der bösen Träume

 

Die Chronik der Unsterblichen

Band 1 – Am Abgrund

Band 2 – Der Vampyr

Band 3 – Der Todesstoß

Band 4 – Der Untergang

Band 5 – Die Wiederkehr

Band 6 – Die Blutgräfin

Band 7 – Der Gejagte

Band 8 – Die Verfluchten

Band 9 – Das Dämonenschiff

Band 10 – Göttersterben

Band 11 – Glut und Asche

Band 12 – Der schwarze Tod

Band 13 – Der Machdi

Band 14 – Pestmond

Band 15 – Nekropole

Band 16 – Dunkle Tage

 

Anubis

Blutkrieg

Der Hammer der Götter/Der Orkling

Der Inquisitor

Der Widersacher

Die Chroniken der Elfen – Elfenblut

Die Chroniken der Elfen – Elfentod

Die Chroniken der Elfen – Elfenzorn

Die Heldenmutter

Die Töchter des Drachen/Der Thron der Libelle

Die Tochter der Midgardschlange

Dunkel

Horus

Thor

Wolfsherz

 

Als E-Book

Der Hammer der Götter

Der Hexer – Band 1 bis 68

Die Moorhexe

Die Schatten des Bösen

Horror Factory – Pakt mit dem Tod

Intruder

Märchenmond (mit Heike Hohlbein)

 

Als Hörbuch

Als der Meister starb

Auf der Spur des Hexers

Das Haus am Ende der Zeit

Das Paulus-Evangelium

Die Chronik der Unsterblichen

Die Chrono-Vampire

Die Wolf-Gäng

Feuer

Horror-Factory – Pakt mit dem Tod

Intruder

Kevin von Locksley

Kevins Schwur

Tage des Wahnsinns

Fazit

Der Geisterjäger John Sinclair dürfte vielen Menschen ein Begriff sein. Allerdings stellt sich die Frage dabei, inwieweit sich viele Menschen intensiv mit ihm beschäftigt haben. Gerade diese Leser blicken möglicherweise mit besonders kritischen Augen auf die Geschichte. Schließlich hat John Sinclair seine ersten Abenteuer bereits in den 70er Jahren erlebt. Natürlich hat sich die Zeit inzwischen geändert, was entsprechend auch in der Geschichte gewürdigt wird. Festzuhalten bleibt, dass es sich hier um Band 2 der Geschichte um Oculus handelt. Für manchen wird es daher interessant sein, mehr aus der Welt um Oculus zu erfahren. Dem geneigten Leser wird daher Band 1 – Im Auge des Sturms – empfohlen.

Die Geschichte hat jedoch so viel reizvolles, dass das Buch mindestens für Leser, die John Sinclair noch nicht so gut kennen, einen guten Einstieg in seine Welt finden. Es gibt eine Reihe von Szenen, die verdeutlichen, welche Faszination die Welt von John Sinclair ausstrahlen kann. Vor allem entwickelt die Geschichte einige Akzente, die vielleicht nicht jeder bei John Sinclair erwartet. Die Gedanken an eine Zeitreise verleihen dem Buch jedoch eine interessante Note. (Marina Teuscher 2018)