In fremden Betten – Rezension von Ensa Maurer

‚Als das Telefon klingelte, hätte sie den Hörer küssen können. Es war Harry Fox, ihr Chef. …“Hören Sie, Suze, ich habe da einen wichtigen Auftrag für Sie. Was halten Sie von vier Wochen New York?“‚

Wenig später landet die Londonerin in der amerikanischen Metropole am Hudson River und bezieht Quartier in der Wohnung ihres New Yorker Kollegen Lloyd, der zur gleichen Zeit auf dem Weg nach London ist und sich – gemeinsam mit seiner Freundin Betsy – in Suzes Appartment einnistet.
Doch beide tauschen nicht nur ihre Wohnungen, sondern auch ihre Jobs als Werbe-Designer.

Anfangs scheint es, als hätte Suze bei diesem vorübergehenden Deal mitten in eine Glückssträhne gegriffen – nicht nur Lloyds Appartment präsentiert sich, im Gegensatz zu ihrem in London, in einem äußerst komfortablen Zustand, sondern auch in seiner Firma legt sie einen respektablen Start hin. Und dann lernt sie auch noch Nick Bianco kennen, der sich als absoluter Traummann erweist – zunächst wenigstens. Als es Suze jedoch gelingt, hinter die Kulissen einer infamen Intrige gegen Lloyd zu blicken, rückt er, den sie nie gesehen hat, mehr und mehr in den Mittelpunkt ihres Interesses.

Robyn Sismans Roman „In fremden Betten“ konzentriert sich zwar auf die Erlebnisse und Gedanken der beiden Protagonisten Suze und Lloyd, verleiht jedoch allen in der Handlung vorkommenden Personen ebenso kontrastreiche wie pointierte Charaktere. Zugleich ist es eine Bestandsaufnahme von Lebensentwürfen, Visionen und geplatzten Träumen der „Generation 30+“, die locker-flockig, nicht ohne Selbstironie und mit all ihren Entwicklungen skizziert werden.

Die Autorin Robyn Sisman studierte an der Universität von Oxford Englisch und Literatur; anschließend war sie in der Verlagsbranche tätig. „In fremden Betten“ (Original: „Perfect Strangers“) ist der zweite Roman von Robyn Sisman, die mit ihrer Familie in Bath//England lebt. (Ensa Maurer)

Titel: In fremden Betten
Autor: Robyn Sisman
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 396
ISBN: 3453177673