Die zweite Haut – Rezension von Alfred Ohswald

Martin Stillwater ist erfolgreicher Krimi-Autor, glücklich verheiratet und hat zwei Töchter. Eines Abends ist er für sieben Minuten während er auf ein Diktierband spricht komplett weggetreten und kann sich danach nicht an diese kurze Zeit erinnern. Auf dem Band hört er, dass er ununterbrochen „Ich muss, ich muss …“ gesagt hat.

In Kansas City ist zur gleichen Zeit ein ungewöhnlicher Killer dabei einen Auftrag zu erfüllen. Er hat keinen Namen, keine Erinnerungen und kein Gewissen. Doch ganz unerwartet fühlt er sich plötzlich von einem bestimmten Ort fast magisch angezogen und er macht sich, seine Spuren möglichst gründlich verwischend und immer wieder „Ich muss, ich muss …“ vor sich hin murmelnd, auf die Reise. Denn er ist auf der Suche nach seinem verloren geglaubten Leben, und meint es sei das Leben und die Familie von Martin Stillwater.

Seine geheimnisvollen Auftraggeber entdecken bald, dass etwas schief gelaufen ist und heften sich an seine Fersen.

Der Killer findet das Haus Martins, dringt dort ein und es kommt zur ersten Konfrontation zwischen den Beiden. Martin übersteht sie knapp und flieht mit seiner Familie, den unbeirrbaren, unheimlichen und übermenschlichen Killer auf den Fersen, nachdem er bei der Polizei keine ausreichende Hilfe bekommt.

Der Roman ist ein typischer Koontz. Eine Durchschnittsfamilie wird in die Machenschaften einer übermächtigen und geheimen Organisation hineingezogen und muss flüchten. Wie immer lässt sich Koontz lang und breit über den Untergang der Gesellschaft durch die schier allgegenwärtige Kriminalität, die geringen Strafen und die korrupten Politiker aus. Nur der sonst in seinen Romanen allgegenwärtige Hund fehlt in „Die zweite Haut“.

Aber sonst ist es ein durchaus gelungenes Stück spannungsgeladener Unterhaltung mit den gewohnt hervorragenden Beschreibung der Persönlichkeiten, vor allem von originellen Bösewichten. Vor allem die den Großteil des Buches einnehmende Verfolgung der Familie durch den irrwitzigen Killer hält den Leser ziemlich in Atem.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Die zweite Haut
Autor: Dean Koontz
Verlag: Heyne
Seiten: 447
ISBN: 3453092007