Dunkle Flüsse des Herzens – Rezension von Alfred Ohswald

Der von seiner Vergangenheit heimgesuchte, im Untergrund lebende Spencer Grant lernt bei einem Barbesuch mit seinem ängstlichen Hund Rocky die Kellnerin Valerie kennen. Als er sie am nächsten Tag wiedersehen will, ist sie nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen. Er beschließt bei ihr zu Hause nachzusehen, ob mit ihr alles in Ordnung ist. Als er sie zu Hause nicht antrifft, dringt er in ihr Haus ein und gerät überraschend in eine Polizeiaktion, bei der das Haus von einer Spezialeinheit gestürmt wird. Trotz des rücksichtslosen Vorgehens der Polizisten kann er entkommen, und beginnt mittels seiner Computerkenntnisse Nachforschungen nach ihrem Verbleib anzustellen.

Doch die Behörde, die Valerie jagt ist eine inoffizielle, mit schier unbegrenzten Mitteln ausgestattete, rücksichtslose Organisation, die ohne die geringste Hemmung über Leichen geht. Während Spencer Valeries Spur aufnimmt, gerät er selbst in das Fadenkreuz und eine gnadenlose Jagd beginnt.

Der irre Mörder Roy Miro ist einer der Spitzenleute der intern „Agency“ genannten Organisation und ist auf Spencer und Valerie angesetzt. Mit allen ihm zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln, vor allem den weitreichenden Möglichkeiten von „Mama“, dem Computersystem der Agancy versucht er sie in seine Gewalt zu bekommen.

Ein High-Tech Thriller und eine bis in die höchsten Kreise reichende Verschwörung bevölkert mit den für Koontz typischen irren Mörder und sonstigen, abartigen Gestalten auf der Seite der „Bösen“. Wie in vielen anderen seiner Bücher spielt auch hier ein Hund mit, der kenntnisreicher und überzeugender beschrieben wird als bei irgend einem anderen, mir bekannten Autor. Bei den Möglichkeiten mit Computern in der vernetzten Welt übertreibt er aber meiner Meinung teilweise ziemlich heftig.

Koontz nutzt gekonnt aber etwas zu lange die klassischen Mittel um Spannung zu erzeugen. So weiß der Leser bei einer Szene, die sich von Nebenhandlungssträngen unterbrochen ewig lange hinzieht, dass den Hauptprotagonisten eine Falle gestellt wird, und diese unweigerlich hineintappen, ohne selbst etwas zu ahnen.

Trotz Mangel an Überraschungen und originellen Ideen ein guter und solider Thriller.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at