Die nackte Sonne – Rezension von Alfred Ohswald

Zuletzt ist „Die nackte Sonne“ auf deutsch zusammen mit „Die Stahlhöhlen“ unter dem Titel „Die Stahlhöhlen“ (ISBN: 3-453-12767-6) erschienen.

Auf der von Menschen vor Jahrhunderte koloniealisierten Welt Solaria ist ein Mord passiert. Da Solaria eine extrem niedrige Bevölkerung hat, wo jede Person absolut abgeschieden von den anderen lebt, gab es dort fast niemals Verbrechen und außer einem Sicherheitschef auch keine Polizei.

Weil der Erdenmensch Elijah Baley sich bei den Außenweltlern einen guten Ruf erworben hat, wird er zur Aufklärung des Mordes von der Erde angefordert. Als Vertreter der Außenweltler wird ihm der ihm schon gut bekannte Roboter Daneel Olivaw zur Seite gestellt, wobei den Solariern die Tatsache verheimlicht wird, dass er ein Roboter ist.

Auf Solaria stellt sich heraus, dass es schon eine Hauptverdächtige gibt, der man aber die Tat mangels Tatwaffe noch nicht nachweisen kann. Es ist die Frau des Ermordeten, weil bei den Solariern sich nur Eheleute persönlich begegnen. Doch Baley hat so seine Zweifel, und nachdem bald nach seiner Ankunft ein weiterer Mord geschieht, beginnt er mit seinen für die Solarier extrem ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden.

Der zweite Roman Asimovs mit dem Detektiv Baley als Hauptperson. Wieder ein Science Fiction Krimi, und sogar noch besser als „Die Stahlhöhlen“. Asimov nutzt die Möglichkeit, eine fremde Gesellschaft zu beschreiben, überaus vorteilhaft aus. Viel seiner Kollegen aus dem SF-Genre schaffen es selbst mittel Aliengesellschaften nicht, den Leser einen ebenso interessanten aber auch fremdartigen Entwurf einer Zivilisation zu liefern. Vor allem kupfert er nicht, wie viele andere, historische oder exotische Gesellschaftsformen auf der Erde ab. Dazu kommen noch seine Stärken beim Beschreiben von Persönlichkeiten und die gelungene Krimihandlung.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at