Die Erbin von Ruwenda – Rezension von Alfred Ohswald

„Haramis ist seit über zweihundert Jahren Erzzauberin von Ruwenda und sieht die Zeit gekommen, sich um eine Nachfolgerin umzusehen.

Die Wahl fällt auf die junge Prinzessin Mikayla. Doch diese ist mit dem Jungen Fiolon engstes befreundet, und das stört die Pläne von Haramis. Mikayla ist ohnehin nicht davon begeistert, die zukünftige Erzzauberin zu werden, und als sie von Fiolon getrennt wird, wächst ihr passiver Widerstand noch stärker.

Nur mit Haramis Berater Uzun, den diese vor langer Zeit in eine Harfe verwandelt hat, um ihm vor dem Tod zu retten, versteht sie sich gut. Als dieser seinen Wunsch nach einem beweglicheren Körper mit der Fähigkeit zu sehen äußert, beschließt Mikayla, ihm einen solchen zu beschaffen. Mit Hilfe eines Zauberspiegels entdeckt sie einen Tempel, dessen Priester dazu in der Lage sind. Als sie dort hin reist und um den neuen Körper für Uzun bittet, wird ihr als Gegenleistung das Versprechen abgenommen, jedes Jahr ein Monat im Tempel zu dienen. Was sich als relativ harmlos und einfach zu erfüllende Sache anhört, erweist sich später als verhängnisvoll.

Das Haramis von einigen Schlaganfällen heimgesucht wird und dadurch oft lange außer Gefecht gesetzt wird, erschwert die ganze Situation zunehmen für Mikayla und Fiolon.

Der fünfte Band der Ruwenda-Reihe beginnt, nach dem großen Showdown im vierten Band „Das Amulett von Ruwenda“, einen völlig neuen Handlungsfaden. In der Geschichte passiert weit nicht soviel, wie zum Beispiel im Vorgängerband, aber es ist eine nette Fantasygeschichte. Das Buch leidet überhaupt nicht darunter, dass nicht gleich um den Bestand der Welt oder der Kampf gegen einen ultimativen Bösewicht geschildert wird. Nur beim Happy-End hat es die Autorin wieder ein wenig übertrieben.

Die letzten paar Seiten hätte sie sich besser erspart, aber es ist immerhin nicht ganz so schlimm, wie im Vorgängerband. Insgesamt kein überragender Roman, aber besser als die große Masse von Fantasy-Büchern.“

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at