Der Wurm Ouroboros – Rezension von Alfred Ohswald

Bei der Geburtstagsfeier von Juss, dem Herrscher von Dämonenland taucht ein Bote Hexenlands auf und fordert im Namen Königs Gorice XI. ihre Unterwerfung. Fürst Goldry Bluszco fordert darauf hin den als unbesiegbar geltenden Gorice XI. zu einem Ringkampf. Falls er gewinnt, soll Hexenland von seinem Herrschaftsanspruch absehen und bei einem Sieg von Gorice gibt es Krieg. Der König nimmt die Herausforderung an und wird bei dem Kampf tödlich verletzt.

Doch Gorice wird durch Magie immer wieder Wiedergeboren und kommt als mächtiger Magier und Gorice XII. auf seiner Festung Carce zurück. Er denkt nicht daran, sich an die Abmachung mit den Dämonen zu halten und ruft mit Hilfe des listenreichen Fürsten Gro ein schreckliches Wesen aus der Unterwelt herbei und schickt es gegen seine Gegner.

Die Dämonen werden auf der Heimreise von diesem Wesen angegriffen und Fürst Goldry Bluszco ist danach verschwunden. Darauf hin greifen die Dämonen mit den mit ihnen verbündeten Kobolden die Festung Carce an und nach einer verlustreichen Schlacht geraten König Juss und Fürst Brandoch Daha in Gefangenschaft. Als La Feurioz, der Herrscher von Gnomenland am Hofe von Gorice XII. weilt, erfährt er von ihrer Gefangenschaft und befreit sie wegen einer alten Schuld ihnen gegenüber. Zurück in Dämonenland träumt König Juss, dass Goldry Bluszco noch lebt und auf einem Berg am Rande der Welt gefangen gehalten wird. Er bricht mit einem Heer auf, um Goldry Bluszco zu retten. Während er unterwegs ist benutzen die Hexen seine Abwesenheit bald zu einem Angriff auf Dämonenland.

In fast jeder Diskussion über die Anfänge der Fantasy-Literatur taucht nach dem unvermeidlichen „Der Herr der Ringe“ auch irgendwann das noch ältere „Der Wurm Ouroboros“ auf. Es liest sich irgendwie wie die Nibelungen in der Sprache Shakespeares geschrieben. Mächtige, unfehlbare und grenzenlos von sich selbst überzeugte Helden ohne die geringsten persönlichen Eigenschaften in ebenso prächtigen und mit einer geschwollenen elisabethanischen Sprache endlos beschriebenen Rüstungen und Burgen. Zu nichts anderem als übermenschlichen Heldentaten, fast immer im blutigen Kampf, fähig und sich darüber auch noch in elendslangen Dialogen gegenseitig beweihräuchernd sind sie gänzlich anders als Tolkiens Helden. Selbst ihre Gegner sind meist kaum facettenreicher.

Auch die erzählte Geschichte bietet weder Überraschendes noch originelle Einfälle und hätte ohne Verlust in einem Bruchteil der benutzen Seiten erzählt werden können. So ist das Buch wohl nur für hartgesottene Fantasy-Leser interessant, die etwas über die Anfänge dieses Genres erfahren wollen. Die Einführung sollte man übrigens besser vorerst überblättern und zum besseren Verständnis erst nach der Geschichte lesen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at