Der Fall Charles Dexter Ward – Rezension von Alfred Ohswald

Der junge Charles Dexter Ward stößt bei seinen Nachforschungen über seine Familie auf den geheimnisvollen Joseph Curwen. Das Andenken an diesen unheimlichen Mann ist fast völlig ausgetilgt worden und Ward kann nur in mühevoller Kleinarbeit Stück für Stück aus der Vergangenheit erfahren. Sein Vorfahre scheint sich sehr intensiv mit Okkultismus beschäftigt haben, und Ward ist von dieser Persönlichkeit immer stärker fasziniert und beginnt selbst mit dem Studium der Geheimwissenschaften. Sein immer eigenartigeres Verhalten beunruhigt seine Familie und ihre Ängste sind nicht unbegründet. Mit steigendem Wissen wird auch die Gefahr durch die fürchterlichen Mächte für Ward immer größer, die er neugierig anzurufen versucht.

Lovecraft ist eine der Kultfiguren um Horrorgenre und Vorbild für viele heutige Autoren. Sein berühmter, die Schrecken meist nur andeutender, nie gänzlich beschreibender Stil schafft eine überaus passende Atmosphäre. Alle seine Geschichten haben einen gemeinsamen, von ihm geschaffenen mystischen Hintergrund der von zahlreichen, späteren Autoren weiter verwendet worden ist und auch den Hintergrund für ein Rollenspielsystem bildet. Manche Dinge daraus, wie das berüchtigte Necronomicon, geistern als werden von manchen Esoterikern noch heute für geheimnisumwitterte Realität gehalten.

„Der Fall Charles Dexter Ward“ ist sein einziger Roman und wurde erst nach seinem Tod erstmals in „Weird Tales“ veröffentlicht. Sonst schreib er nur Kurzgeschichten und Erzählungen. Für jeden, der Lovecraft noch nicht kennt, ist der Roman ein guter Einstieg in sein Werk. Nach diesem Buch lässt man den Autor entweder links liegen, oder man liest jede erreichbare Geschichte von ihm. Die zweit Möglichkeit wird zweifellos häufiger eintreffen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at