Bilder um 11 – Rezension von Alfred Ohswald

Eine Gruppe Ökoterroristen besetzen gewaltsam einen kleinen TV-Sender um eine Abstimmung über ein Umweltthema in ihrem Sinn zu beeinflussen. Sie lassen alle dort anwesenden Personen bis auf den Nachrichtensprecher Toby Inman, den Sportansager Carl Mendozza, die Wetterfee Heather Blake und den Leiter des Senders, Eddie Franker, frei. Als sie einige Male auf Sendzung gehen, werden zwar die sie belagernden Ordnungshüter immer erregter, aber manche der Geißeln findet zum Teil Gefallen an der öffentlichen Aufmerksamkeit und den emporschnellenden Zuschauerquoten.

Als die Abstimmung in ihrem Sinne gelaufen ist und sie bis dahin eine Erstürmung des Senders mit allen möglichen Tricks verhindern konnten, sieht alles nach einem glücklichen Ausgang aus. Doch der Chef der Terroristen überrascht alle mit zusätzlichen, weitergehenden Forderungen und die Besetzung wird weitergeführt.

Damit rufen die Terroristen aber mächtigere und gewitztere Kontrahenten auf den Plan als die örtlichen Polizeibehörden es waren. Und langsam beginnen sich auch unter den Terroristen verschiedene Fraktionen zu bilden.

Obwohl das Buch bei Heyne als Science Fiction geführt wird, ist es eindeutig ein Medienthriller mit weniger Unwahrscheinlichkeiten als viele andere Romane aus diesem Genre.

Wie in einem Kammerspiel spielt sich die immer wieder überraschende Wendungen nehmende Handlung fast ausschließlich als sich oft wechselnde Konflikte zwischen den Protagonisten ab. Und deren Persönlichkeiten sind sehr überzeugend beschrieben.

Der enge Handlungsraum und die ziemlich große Seitenzahl führt aber in diesem Fall nicht zu der geringsten Langatmigkeit. Ohne großartige Verschwörungstheorien herhalten müssen, liefert das Buch gleichzeitig einen kritischen Standpunkt und einen spannungsreichen Lesestoff.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at