Fermats letzter Satz – Rezension von Eva Behrens

Seit mehreren Wochen nun schon hat sich „Fermats letzter Satz“ von Simon Singh einen festen Platz auf den oberen Rängen der Sachbuch-Bestsellerlisten erobert – und dies, obwohl das Buch keine leichte Kost auftischt, sondern sich mit einer Materie befasst, die vielen von uns aus der Schule noch in eher unerfreulicher Erinnerung geblieben sein dürfte. Es geht um Mathematik, genauer gesagt um die Entschlüsselung eines Rätsels, das Pierer de Fermat, ein genialer Kopf aus dem siebzehnten Jahrhundert, der Nachwelt hinterlassen hat.

Seitdem der Franzose in einer nachlässig hingekritzelten Notiz die Behauptung aufgestellt hat, er könne beweisen, dass der Satz des Pythagoras nur bis zur zweiten Potenz gelte, dieser in allen höheren Potenzen jedoch nicht lösbar sei, haben sich Mathematiker aus aller Herren Länder um die Entdeckung dieses Beweises bemüht, doch erst im Jahre 1995 gelang es Andrew Wiles mit den modernsten und ausgeklügelten Methoden und Verfahren der heutigen Mathematik dann tatsächlich diese Aufgabe zu bewältigen.

Anregend und teilweise sogar spannend erzählt uns Singh die Geschichte der harten Nuss, die Fermat den Mathematikern zu knacken gegeben hatte. Er spannt dabei einen weiten Bogen vom alten Griechenland bis in die heutige Zeit. Er macht uns mit den berühmtesten Mathematikern der verschiedensten geschichtlichen Epochen und mit ihren Entdeckungen bekannt. Wir erfahren etwas über die alten Griechen Pythagoras, Euklid und Diophantos, über Leonard Euler, den unglücklichen Evariste Galois, Blaise Pascal, Carl-Friedrich Gauß, Sophie Germain, die allen Vorurteilen zum Trotz bewies, dass auch Frauen etwas von Mathematik verstehen können, natürlich auch viel über Pierre de Fermat – neben Wiles eine der beiden wichtigsten Personen des Buches – sowie über Mathematiker der jüngeren Zeit wie die Japaner Taniyama und Shimura, über Ken Ribet, nicht zuletzt auch über Andrew Wiles persönlich und über viele andere Wissenschaftler mehr. Auf diese Weise macht Singh seine Leser mit der Geschichte der Mathematik und mit ihren wichtigsten Entdeckungen vertraut. Zum Glück langweilt er uns nicht mit seitenlangen, für Laien unverständlichen Formelgebilden und hochgestochenen Gleichungen und Funktionen, aber er hält seine Leser auch nicht für zu blöde um kompliziertere Sachverhalte nachverfolgen und zumindest in Grundzügen verstehen zu können und gibt ihnen durchaus die Gelegenheit, geniale Gedankengänge zum Teil längst verstorbener Geistesgrößen nachzuvollziehen.

Wer den Text aufmerksam liest hat zumindest immer eine ungefähre Vorstellung vom dem, um was es geht.

Im Anhang erläutert Singh einige logische Beweisführungen, die auch von Nicht – Mathematikern verstanden werden können.

Insofern erweitert die Lektüre dieses Buches nicht nur unser Allgemeinwissen sondern sie gibt auch den grauen Zellen ein wenig Arbeit.

Da offenbar eine Menge Leute dieses Buch kaufen (und hoffentlich auch lesen) komme ich hocherfreut zu der Feststellung, das es doch auch für uns Deutsche noch etwas anderes gibt, als Zlatko, „Big Brother“ und „Wadde hadde dudde da“. Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von „Evas Leseland“

Titel: Fermats letzter Satz
Autor: Simon Singh
Verlag: dtv
Seiten: 364
ISBN: 342333052X