Blutsauger, Staatsgründer, Seidenfabrikanten – Rezension von Alfred Ohswald

Die schier unendliche Vielfalt an Insekten, ihren Verhaltensweisen und ihren Einfluss auf die Menschen werden in diesem Buch in leicht lesbarer Form vorgestellt.

So war zum Beispiel die Seidenraupe bei der Entwicklung des Computers indirekt beteiligt, weil die ersten Lochkarten für einen Webstuhl entwickelt werden.

Fadenkreuze werden aus den Spinnfäden der bekannten, überaus giftigen Schwarzen Witwe hergestellt.

Das schnelle Zuschlagen der Gottesanbeterin inspirierte einen Kung-Fu Meister zu der Kreation eines nach diesem Insekt genannten Kampf – Stil.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren in England dunkle Versionen des Birkenspanners unter Schmetterlingssammlern eine seltene Rarität. Doch bald waren dies häufiger als die hellere Version. In den Industriegebieten von Birmingham war die dunkle Färbung als Tarnfarbe wegen Ruß, Rauch und dem Absterben der hellen Flechten an Bäumen nützlicher. Als Gesetze gegen Umweltverschmutzung für reinere Luft sorgten, nahm auch der Bestand an hellen Birkenspannen wieder zu.

Im Mittelalter wurde Insektenschwärme durch kirchliche Gerichte angeklagt und, trotz eines eigens für sie gestellten Verteidigers, manchmal Exkommuniziert.

Der spätere Teufel Beelzebub war ein Gott und der Herr der Fliegen bei den Philistern in der Stadt Ekron.

Kritik wurde geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Blutsauger, Staatsgründer, Seidenfabrikanten
Autor: May R. Berenbaum
Verlag: Spektrum Akademischer Verlag
Seiten: 526
ISBN: 3827400783